Plastik ade - aus einem Gedanke wird ein Ziel

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Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen auf neue Wege führen. Für mich wurde aus einer einfachen Shoopingtour etwas ganz Besonderes.

 

Ich habe mich vor einiger Zeit bewusst dafür entschieden, keine Tageszeitung mehr zu lesen. Daher bekam ich erst einmal nicht mit, dass seit dem 1. April 2016 in vielen Geschäften Plastiktüten nur noch gegen Gebühr ausgegeben werden.

Als mich neulich die Verkäuferin einer großen Modekette an der Kasse fragte, ob ich eine Tüte für 15 Cent haben möchte, war ich daher erst einmal verwirrt. Bislang gab es die Tüten ja umsonst.

 

Ich beschloss, dass ich keine Tüte brauchte, ließ mich aber über den Hintergrund aufklären:

 

Durch die Einführung einer Tütengebühr soll der Plastikmüllberg reduziert werden. Immerhin werden jährlich alleine in Deutschland (!) 6 Milliarden Plastiktüten über die Ladentheke gegeben. Jede Tüte wird durchschnittlich 25 Minuten genutzt. Dann landet sie im Müll...im besten Falle...

 

Das ist schon eine erschreckende Information.

 

Nachdenklich ging ich nach diesem Gespräch in meinen Lieblingsbuchladen. Ich liebe dieses Geschäft, denn es bietet neben einer riesigen Auswahl an Büchern auch eine Kinderspielecke und mehrere bequeme Sitzecken mit Sesseln. Auf einen davon ließ ich mich an diesem Tag nieder, streckte meine schmerzenden Füße von mir (ich sage nur: Shoopingtour!) und blickte direkt auf ein Buch, das sich mit dem Thema "Plastikfreies Leben" beschäftigte. Was für ein Zufall!

Ich schnappte mir das Buch und blätterte interessiert darin. Schon nach einigen Seiten war ich begeistert. Was man doch alles an Plastik einsparen konnte. Alles was man dafür brauchte, war etwas Hintergrundwissen, Zeit und die Bereitschaft, das ein oder andere Produkt des täglichen Lebens selbst herzustellen. Ich konnte mir zwar noch nicht vorstellen, meine Putzmittel selbst zusammen zu mixen aber ich merkte, dass das Thema "Leben ohne Plastik" in mir zu arbeiten begann.

 

In den nächsten Wochen beschäftige ich mich viel mit diesem Thema. Ich recherchierte im Internet und sprach mit Freunden. Ich wollte u.a. wissen: Wie steht ihr zu dem Thema Plastikvermeidung? Was tut ihr um Plastikmüll zu reduzieren?

 

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, umso stärker wurde in mir der Gedanke: ich möchte bewusster mit Plastik umgehen.

 

Besonders die folgenden Fakten haben mich in meinem Entschluss gestärkt:

 

  • jedes Jahr werden in Deutschland 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Der Berg an Plastikmüll wird immer größer.
  • Plastik verrottet nicht. Grabt mal eine Plastikflasche oder Plastiktüte in die Erde ein und schaut nach einigen Tagen, nach einigen Wochen und nach einem Jahr danach - die Flasche wird jedes Mal aussehen als sei sie gerade erst vergraben worden.
  • Bilder von Plastikmüll im Meer oder Tieren, die sich in eben diesem Müll verheddert haben und elendig eingegangen sind, brennen sich für immer ins Gedächtnis.
  • Kleinste Partikel vom Plastik setzen sich in Lebensmitteln ab. Öl und Fette, z.B. im Käse lösen diese Partikel und wir nehmen sie mit der Nahrung auf. Die Langzeitfolgen sind noch unbekannt. Von Hormonveränderungen, von Unfruchtbarkeit und sogar von Krebs ist die Rede. Seien wir ehrlich, schon der gesunde Menschenverstand sagt uns doch, dass es nicht gesund sein kann, diese Rückstände auf Dauer in uns aufzunehmen. Dabei ist es ganz leicht die Aufnahme dieser Partikel im Körper zu reduzieren. Ganz vermeiden können wir die Aufnahme zwar selbst dann nicht, wenn unser Leben ab sofort zu 100% plastikfrei wäre, da bereits Rückstände im Trinkwasser gefunden wurden, aber wir können die Dosis reduzieren und dadurch etwas für unsere Gesundheit und die Umwelt tun.

 

Ausschlaggebend war für mich jedoch die Frage: Welche Welt möchte ich den nachfolgenden Generationen hinterlassen? In welcher Welt möchte ich meine Kinder, Enkel und Urenkel aufwachsen sehen?

 

Plastikmüll im Meer, Plastivermeidung, Plastik reduzieren, Plastik vermeiden, Verschmutzung der Meere

 

Natürlich werde ich durch die Reduzierung von Plastik nicht die Welt retten können, aber ich kann für mich verantwortungsbewusster mit diesem Thema umgehen. Ich kann entscheiden was ich kaufe. Und wenn ich meinen Kindern in dieser Hinsicht ein Vorbild sein kann und auch nur eine Freundin dazu animieren kann, ebenfalls bewusster mit diesem Thema umzugehen, dann habe ich schon viel erreicht.

 

So wurde schließlich für mich aus einer Shoopingtour ein neues Ziel.

 

Ich werde mich in den nächsten Wochen weiterhin intensiv mit dem Thema Plastikvermeidung beschäftigen. Mein Ziel ist es, beim Einkaufen so viel Plastik wie möglich zu vermeiden. Ich werde aktiv nach Alternativen suchen, um so unseren Müllberg zu Hause zu reduzieren. Für meine Kinder, für unsere Gesundheit und für mich.

 

Als Auftakt zu diesem Ziel starte ich die Blogreihe "Plastik ade - die Einkaufsserie". Dafür nehme ich vier Geschäfte (einen Supermarkt, Discounter, Drogeriemarkt und Bioladen) näher unter die Lupe und schaue welche Produkte es dort ohne Plastikverpackung zu kaufen gibt. Jeden Donnerstag wird es hier einen neuen Beitrag zu dem Thema geben.

 

Ich bin sehr gespannt, wohin diese Reise mich führen wird und welche Erfahrungen ich dabei machen werde.

 

Und Du? Wie gehst Du mit dem Thema Plastik um?

 

Herzliche Grüße von

 

Tanja

Eine Übersicht über alle Beiträge zu dem Thema "Plastik ade" findest Du HIER.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Mama geht online (Montag, 19 Juni 2017 23:32)

    So, so, du liest keine Tageszeitung mehr. Da ich bei einer Arbeite, finde ich das natürlich sehr, sehr schade ;-) Dabei ist die Zeitung doch gar nicht aus Plastik ;-)
    Liebe Grüße
    Anke

  • #2

    Tanja@Meine Kraftquelle (Dienstag, 20 Juni 2017 09:55)

    Hallo Anke,
    meinst du, ich sollte wieder Zeitung lesen, weil sie in puncto Nachhaltigkeit klare Pluspunkte hat? ;-)
    Wenn ich wieder im Nürnberger Land unterwegs bin, kaufe mich mir zehn Ausgaben von deiner Tageszeitung, um Deinen Arbeitsplatz zu sichern. ;-)

    Liebe Grüße von
    Tanja