"Kinder, räumt euer Zimmer auf!"

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Kommen Dir die folgenden beiden Situationen bekannt vor?

 

1. Du schickst dein Kind zum Aufräumen ins Kinderzimmer und schaust eine halbe Stunde später nach dem Fortschritt, natürlich mit der Hoffnung, dass alle Spielsachen ordentlich an ihrem Platz sind. Doch das ist nicht der Fall! Stattdessen findest Du Dein Kind ins Spiel vertieft vor. Das Zimmer sieht mittlerweile noch chaotischer aus.

 

2. Du hast am Vormittag das Wohnzimmer aufgeräumt, weil Du später Besuch erwartest. Kaum hast Du einen Moment lang nicht aufgepasst, schon haben die Kinder das Zimmer in ein Bastellager verwandelt. Papierschnipsel, bunte Federn und Buntstifte sind überall verteilt. Und in 5 Minuten kommt der Besuch...

 

Diese Situationen kennen wohl alle Eltern. Mit Kindern wird das Leben bunt, aber manchmal auch chaotisch. Damit das Thema Aufräumen nicht ganz so negativ behaftet wird, habe ich heute ein paar selbsterprobte Inspirationen für Dich, die für Entspannung sorgen können:

 

 

Vorstellungen klar definieren

Die Vorstellungen davon, wie ein aufgeräumtes Zimmer auszusehen hat, unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Für den einen ist ein Raum schon ordentlich, wenn der Boden wieder erkennbar ist. Für den anderen ist es wichtig, dass alle Spielsachen in Reih und Glied im Regal stehen.

Damit es in Deiner Familie darüber zukünftig keine Reibereien mehr gibt, ist es hilfreich, wenn Du Dir in einer ruhigen Minute überlegst, was Dir beim Aufräumen wichtig ist. Teile es anschließend Deinem Kind mit. Dadurch weiß es, worauf Du Wert legst.

Natürlich wäre es unrealistisch zu glauben, dass von nun an immer alles glatt läuft. Doch es wird immer öfter der Fall sein. So manche Streitigkeit lässt sich vermeiden, wenn man vorher darüber gesprochen hat. Das funktioniert übrigens auch hervorragend mit dem Partner!

 

 

Kinder lernen durch Vorbilder

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. So wie das Laufen, Sprechen, Essen oder Schreiben, müssen sie auch das Aufräumen erst einmal erlernen. Am besten klappt das durch Abschauen.

Frage Dich deshalb: Wie gehe ich mit dem Thema Aufräumen um? Wird bei mir sofort jedes Staubkorn weggewischt? Ist das Aufräumen für mich mit Stress und schlechter Laune verbunden? Räume ich meinem Kind alles hinterher, weil ich der Meinung bin, dass es das sowieso nicht gut genug macht? Lasse ich selbst meine Sachen überall liegen?

Egal wie Deine Einstellung dazu aussieht, mache Dir bewusst, dass Dein Kind von Dir lernt!

Mit einer positiven Grundhaltung und einem altersgerechten Miteinbeziehen des Kindes beim Aufräumen, kannst Du einen wichtigen Grundstein für sein späteres Leben legen.

 

 

Jedes Spielzeug bekommt seinen Platz

Wichtig beim Aufräumen ist, dass jedes Spielzeug einen festen Platz hat, an dem es aufbewahrt wird. So gehören Puppenkleider z.B. in einen kleinen Schrank oder eine Schublade, Autos in eine Kiste, Bücher ins Regal usw.

Überlege Dir einmal gemeinsam mit Deinem Kind, wo welche Spielsachen hingehören können. Wenn Kinder mitbestimmen dürfen, werden sie sich diese Orte besser merken und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Sachen beim nächsten Aufräumen auch genau dort hingeräumt werden.

 

 

Weniger ist mehr

Wenn das Kinderzimmer vor lauter Spielzeug überquillt, ist es schwer, dort für Ordnung zu sorgen. Ich behaupte mal, dass nicht jedes Kind 10 Puppen braucht. Einige wenige genügen in der Regel auch.

Ein bewusstes Aussortieren von überflüssigen Spielzeug sorgt dafür, dass von Grund auf weniger Unordnung entstehen kann und die Kinder auch mit ihren Sachen spielen. Ein Kind, dass nur ein Barbiepferd besitzt, wird dieses vermutlich ganz anders wertschätzen, als wenn noch drei weitere Pferde im Regal stehen.

 

Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, Spielzeug auszusortieren. In unserer Familie klappt es gut, wenn wir die Spielsachen, mit dem länger nicht gespielt wurde, erst einmal in eine Kiste packen, die für ein paar Wochen in den Keller wandert. Danach haben die Kinder die Möglichkeit, sich die Sachen in der Kiste noch einmal anzuschauen, sich das ein oder andere wieder herauszunehmen, neue Dinge hineinzupacken und sich zu entscheiden, was davon definitiv auf dem Flohmarkt landen kann.

 

 

Kinder brauchen Unterstützung und klare Ansagen beim Aufräumen

"Räume dein Zimmer auf!" befehlen wir oft und bedenken nicht, dass viele Kinder mit dieser Aussage noch nichts anfangen können. Wie schon erwähnt, müssen sie das Aufräumen ja erst erlernen.

Du erinnerst Dich vielleicht auch an die ein oder andere Situation, in der Du Dein Kind zum Aufräumen in sein Zimmer geschickt hast. Als Du 15 Minuten später nachgeschaut hast, saß es spielend auf dem Boden - das Zimmer befand sich jedoch noch im selben Zustand wie zuvor.

Anders als wir Erwachsenen, leben Kinder noch im Augenblick und lassen sich leichter ablenken. Daher ist es bei jüngeren Kindern hilfreich, wenn Du beim Aufräumen mit im Zimmer bist und klare Ansagen machst: "Bitte räume alle Bücher ins Regal."

 

 

Auf die Plätze...

Wie wäre es aus dem Aufräumen einen Wettbewerb zu machen? Wetten, dass die Weckermethode hervorragend funktioniert?

Spreche dafür mit Deinem Kind eine feste Zeitspanne ab, z.B. 10 Minuten. Der Wecker wird gestellt und los geht es! Bis zum Klingeln wird nun aufgeräumt (eventuell hilfst Du Deinem Kind oder räumst in der Zeit die Küche, das Bad und Co. auf). Anschließend werden die aufgeräumten Zimmer gegenseitig bestaunt und es gibt zur Belohnung Kakao und Kekse.

In unserer Familie funktioniert die Methode sehr gut. Zum einen wissen die Kinder, dass sie "nur" 10 Minuten aufräumen müssen, der Wettbewerb motiviert sie (immerhin möchte ja niemand, dass die anderen sagen, dass das Zimmer noch immer unordentlich aussieht) und es ist ein angenehmes Gefühl, dass die anderen Familienmitglieder zur gleichen Zeit aufräumen.

 

 

Eine Belohnung darf sein

Wer aufgeräumt hat, bekommt auch eine Belohnung. Wie diese aussieht, kann jedes mal neu verhandelt. Wie wäre es mit einer Extravorleserunde, einem Spielplatzbesuch, einem Kakao oder einem positiven Feedback in Form von Worten? Eine Belohnung gibt dem Kind ein gutes Gefühl und motiviert, sich auch beim nächsten Mal wieder Mühe zu geben.

 

 

Pubertät - die Ausnahme

Zum Schluss noch ein paar Worte an die Eltern mit pubertierenden Kindern.

Die Pubertät ist ein vollkommen unkalkulierbarer Zustand. Daher sind die vorhergehenden Tipps für euch vermutlich nicht mehr relevant. Ihr werdet das momentan wenig bis gar nicht ändern können...

 

Zwei Tipps können euch vielleicht helfen, nicht ganz die Nerven zu verlieren:

  1. Grenzt euch konsequent ab und trefft klare Absprachen. Natürlich darf die pubertierende Tochter mit ihren Freunden einen Kinoabend im Wohnzimmer machen. Aber spätestens am nächsten Morgen herrscht dort wieder Ordnung. Colaflaschen, Chipstüten und Krümel sind verschwunden. Ansonsten ist das Wohnzimmer zukünftig tabu.
  2. Gebt die Hoffnung nicht auf! Es ist alles nur eine Phase und geht irgendwann vorbei! Spätestens in der ersten eigenen Wohnung, werden eure Kinder merken, dass es einfacher ist, Ordnung zu halten als stundenlang die Konzertkarten oder Autoschlüssel zu suchen. Bis dahin wünsche ich euch starke Nerven!

Wie klappt das Aufräumen in Deiner Familie? Hast Du weitere Ideen?

 

Tanja

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