So reduzierst Du kinderleicht Deinen Plastikverbrauch

Seit einigen Monaten beschäftige ich mich damit, meinen Plastikverbrauch zu reduzieren. Ich habe viel Zeit aufgewendet, um mich in das Thema einzulesen und verschiedene Methoden auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen.

 

Für Dich habe ich heute die besten Ideen zusammengefasst, denn auch, wenn es auf den ersten Blick erst einmal recht kompliziert erscheint, ist es doch gar nicht so schwer, seinen Plastikverbrauch zu reduzieren. 

 

 

 

Kaufe Wasser in Glasflaschen

Ich gebe es zu, bei dem Gedanken daran, Wasserkästen zu schleppen, geht mein innerer Schweinehund auch heute noch regelmäßig auf die Barrikaden. Doch es lohnt sich alleine wegen dem Geschmack.

 

Das zeigte mir auch die folgende Erfahrung: kurze Zeit nach meinem Entschluss, unseren Plastikverbrauch zu reduzieren, planten wir einen längeren Ausflug. Mir erschien es sinnvoll, dafür ausnahmsweise zu Plastikflaschen zu greifen, da sie leichter zu tragen sind und nicht so schnell kaputt gehen.

Diese Entscheidung bereute ich in dem Moment, als wir Rast machten und ich aus der Flasche trank. Dieses Wasser, das ich vor einigen Wochen noch so lecker fand, schmeckte so heftig nach Plastik, dass mein Durst augenblicklich verschwand.

Warum hatte ich diesen Geschmack all die Jahre nicht wahrgenommen? Stumpfen die Geschmackssinne wirklich so krass ab? Und kann etwas, das so sehr nach Plastik schmeckt, wirklich gut für meinen Körper sein?

 

   

Kaufe Joghurt im Glas

In fast jedem Supermarkt gibt es mittlerweile Joghurt im Glas. Die Auswahl ist riesig! Vom einfachen Erdbeerjoghurt bis hin zum köstlichen Rosenjoghurt (mein absoluter Favorit!!!) gibt es wirklich jede erdenkliche Sorte.

Gab es früher bei uns Joghurt zum Nachtisch, habe ich nach der Mahlzeit 3-4 Plastikbecher in den Müll geworfen. Heute nehme ich ein Joghurtglas, fülle den Inhalt in kleine Schüsseln, spüle anschließend das Glas aus und bringe es zur Wiederverwertung zurück in den Supermarkt. Müll kommt somit keiner auf!

 

Manchmal behalte ich die Gläser aber auch, und fülle getrocknete Kräuter oder meinen Salat für die Mittagspause hinein. Wenn ich das Glas nicht mehr brauche, gebe ich es einfach wieder im Markt zurück.

Sind das nicht gute Argumente dafür, Joghurt zukünftig im Glas zu kaufen?

 

 

Und noch mehr Glas...

Neben Wasser und Joghurt, gibt es viele weitere Produkte, die Du im Glasbehälter kaufen kannst: Ketchup, 

Mayonnaise, Senf, fertige Salatsoßen, Öl, Essig, Gewürze, Tomatensoße...

Halte doch beim nächsten Einkauf die Augen auf. Du wirst überrascht sein, was es alles zu entdecken gibt!

 

 

Verwende Stofftaschen und Einkaufskörbe

Plastiktüten kosten seit dem letztem Jahr in allen Geschäften eine Gebühr. Wie wäre es, wenn Du Dir die 15 oder 30 Cent sparst und stattdessen eine Stofftasche oder einen schicken Einkaufskorb mit zum Einkaufen nimmst?

 

 

Kaufe loses Obst und Gemüse

Das Angebot von losem Obst und Gemüse hat sich in den letzten Wochen sehr vergrößert. Selbst in Discountern gibt es eine große Auswahl. Diese Entwicklung macht das Einkaufen nun um einiges leichter, denn jetzt kann jeder mit gutem Gewissen zum losen Gemüse greifen. Dadurch sparst Du ganz ohne Mühe eine Menge Verpackungsmüll. Genial einfach, oder?

 

 

Bevorzuge Fleisch und Wurst aus der Bedienungstheke

Fleisch und Wurst vom Metzger Deines Vertrauens ist qualitativ hochwertiger. In vielen Metzgereien kannst Du Deine eigenen Behälter mitbringen, so dass Du jegliches Verpackungsmaterial vermeiden kannst.

 

 

Verwende plastikfreies Geschirr und Kochzubehör

Natürlich macht es keinen Sinn, auf der Stelle alle Plastikbehälter wegzuwerfen, denn dadurch würdest Du genau den Müll produzieren, den es gilt zu vermeiden. Aber was hälst Du davon, bei Neuanschaffungen künftig auf das Material zu achten?

Eine neue Spülbürste oder ein neuer Kochlöffel müssen her? Prima, es gibt welche aus Holz.

Die alte Salatschüssel ist nicht mehr ansehnlich? Wie wäre es mit einer neuen Glasschüssel?

Die Kinder sind aus dem Babyalter heraus und brauchen neues Geschirr? Super, wie wäre es mit Teller, Schüsseln und Co. aus Porzellan? Diese gibt z.B. für kleines Geld und  in verschiedener Qualität bei bekannten Möbelhäusern. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn mal etwas zu Bruch geht.

 

Ausrangiertes Plastikgeschirr eignet sich übrigens hervorragend als Sandspielzeug für die Kinder.

 

 

Kaufe lose Seife

Bis ich mich dazu entschieden habe, meinen Plastikverbauch zu reduzieren, griff ich stets nach Einwegplastikspendern für Seife. Irgendwie ist man da ja betriebsblind. Mittlerweile weiß ich aber, dass es hervorragende Seife gibt, die lose oder in Papierschachteln erhältlich ist. Es gibt eine unglaubliche Auswahl! Mein Liebling ist dabei eine Schafsmilchseife, die ich schon einmal im Beitrag "Plastik ade - mein Einkauf im Bioladen" erwähnt habe. Ist die nicht süß?

Selbst Cremes, Peelings, Haarseifen und Badezusätze gibt es in plastikfreier oder zumindest fast plastikfreier Verpackung.

 

 

Plastikfreier Schulalltag

Ja, auch im Schulalltag kann man Plastik reduzieren. Seit diesem Schuljahr binde ich Schulhefte und Bücher in Packpapier ein und kaufe nur noch Schnellhefter aus Pappe (Umschläge und Schnellhefter, die ich noch im Schrank hatte, wurden natürlich zuvor aufgebraucht).

Zunächst hatte ich Bedenken, dass die Papiervarianten schneller kaputt gehen. Mittlerweile ist das Schuljahr fast zu Ende und ich kann überzeugt sagen: natürlich haben die Einbände und Schnellhefter Gebrauchsspuren, aber sie sind noch ansehnlicher als der ein oder andere Schnellhefter aus Plastik.

 

 

Verzichte auf Fast Food

Manchmal muss es schnell gehen. Dann ist Fast Food eine einfache Lösung. Leider produziert diese Art des Essens aber auch einen riesigen Müllberg. Egal ob eine fertige Lasagne aus dem Kühlfach, eine Tütensuppe oder ein Besuch in einem Schnellrestaurant: es fällt ein Berg Müll an.

Ganz auf Fast Food zu verzichten muss sicher nicht sein. Aber frage Dich das ein oder andere Mal: muss es wirklich das fertige Essen sein oder reicht die Zeit doch noch, um schnell eine einfache Tomatensoße und ein paar Nudeln zu kochen?

 

 

 

Das waren sie, meine Tipps, wie Du ganz einfach Deinen Plastikverbrauch im Alltag reduzieren kannst. Natürlich ist diese Liste nicht vollständig. Es gibt so viele weitere Möglichkeiten, dass ich tagelang darüber schreiben könnte. Doch das ist nicht mein Ziel.

Ich möchte Dir mit diesem Beitrag erste Ideen liefern, wie Du bewusster mit dem Thema Plastikvermeidung umgehen kannst.

Es sind kleine aber einfache Schritte, die ich Dir hier vorstelle, doch wenn Du sie umsetzt, sind sie effektiver als all die großen wunderbaren Ideen, die man nach einigen Tagen wieder fallen lässt, weil es zu anstrengend ist.

Also, gehe es langsam an und setze Schritt für Schritt die Dinge um, die Dir passend erscheinen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

 

 

Welche Anregung spricht Dich an?

Was wirst Du zukünftig tun, um Deinen Plastikverbrauch zu reduzieren? 

 

Herzliche Grüße von

 

Tanja

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Kommentare: 4
  • #1

    Jeanne (Mittwoch, 19 April 2017 08:59)

    Liebe Tanja,
    Zufälle gibt´s tststs.... an Ostern hatte ich ein wenig Zeit zum Bloggen, und hab mir u.a. deinen Blog genauer angeschaut, um festzustellen, welche Gemeinsamkeiten wir noch haben, um uns zusammenzutun,( wie du es vorgeschlagen hast) und da fiel mir die Plastikreduzierung
    sofort ins Auge. Wir waren nämlich am Samstag in einem Unverpacktladen: und ich kann nur sagen: Das reinste Paradies!! ich hab auf Vorrat eingekauft wie eine blöde, aber alles komplett plastikfrei, sogar Gewürze, Hefe und Zahncreme, so dass ich jetzt endlich endlich auch unser Bad plastikfrei habe, jippieehh!! Mir schwebt nämlich vor, plastikfrei Produkte auf meinen Blog zu stellen. So ähnlich wie du das hier gemacht hast, nur mit Bildern (da der Mensch sehr visuell veranlagt ist!) was hältst du von der Idee??
    Viele liebe Grüße
    Jeanne
    P.S. zum Thema "fast food" gibt es eine clevere Alternative, die ich bei Jamie Oliver gesehen habe und demnächst auf meinen Blog stelle; ich denke mal, das könnte auch was für dich sein ;-)

  • #2

    Jeanne (Mittwoch, 19 April 2017)

    P.S. das mit den Papierheften kann ich nur bestätigen: Meine Tochter war auf der Waldorfschule und dort gab es ausnahmslos alles aus Papier und diese Hefte sahen wirklich nach einem Schuljahr besser aus, als die zerfledderten und zerrissenen Plastikdinger, die zuvor in der Regelschule benutzt wurden :)

  • #3

    Tanja@Meine Kraftquelle (Donnerstag, 20 April 2017 15:14)

    Hallo Jeanne,
    wow, ein Unverpacktladen! Habt ihr den in der Nähe? Der nächste ist bei uns zu weit entfernt, so dass die Fahrt dorthin schon eine halbe Weltreise ist. Daher bleibt mir derzeit nur das "zusammengestückelte" Einkaufen: dieses hier und jenes dort. Das ist auf Dauer etwas anstrengend (und klappt ehrlich gesagt auch nicht immer, besonders wenn die Zeit knapp ist) aber es lohnt sich.

    Ich bin mittlerweile (wie es noch nicht im Blog zu lesen ist) dazu übergegangen, einige Gebrauchsgüter selbst herzustellen. Ich habe mir z.B. eine tolle Feuchtigkeitscreme, eine geniale Haarmaske und sogar Lippenbalsam für die Kinder selbst angerührt. Alles aus Naturprodukten, für wenig Geld und natürlich ohne Plastik. Vielleicht wäre das auch eine Idee für dich, um euer Bad langfristig plastikfrei zu halten?

    Deine Idee Produkte auf deiner Seite vorzustellen, finde ich super und auf den Beitrag mit dem Fast Food bin ich schon sehr gespannt.
    Lass uns da nochmal per Mail weiterschreiben.

    Danke für deine Erfahrung mit den Papierheftern. Was mir jetzt so im Nachhinein noch einfällt: wenn die Hefter irgendwann nicht mehr so schön aussehen, kann man sie hinterher noch zum Basteln verwenden. Ich habe hier zwei Basteltanten, die nie genug buntes Material haben können, und sich sicher freuen, wenn sie ihren Mathehefter in kleine Schnipsel schneiden können. ;-)

    Liebe Grüße von Tanja

  • #4

    Jeanne (Donnerstag, 20 April 2017 19:18)

    P.P.S. ach, das gibt´s doch gar nicht, dass du das mit den Heften nochmal erwähnst. Das hatte ich nämlich noch vergessen zu schreiben: wir haben die Hefte, die nicht mehr gebraucht wurden, ebenfalls als Bastelmaterial verwendet, da ich alle meine Karten selber mache! Oder sie als Trennseiten in den Ordnern verwendet, oder Schachteln daraus gemacht und und und.
    Aber versuch DAS mal mit den Plastikeinbänden zu machen ;-)
    Du bist wirklich auf dem besten Weg!! Beide Daumen hoch dafür!!
    Ganz liebe Grüße
    Jeanne