Zeitgeschenke im Adventskalender - die Alternative zum Konsum

Ein Adventskalender als Zeitgeschenk

Mit zwei Kindern gehört die alljährliche Frage: "Welchen Adventskalender gibt es in diesem Jahr?" einfach zum Leben.

 

In den ersten Jahren habe ich viel darüber nachgedacht und viele verschiedene Dinge ausprobiert. Vom reinen Schokoladenkalender, über den Wandkalender, der nur noch befüllt werden musste, bis hin zum fertigen Kalender eines  Spielzeughersteller, hatten wir wirklich schon alle Varianten. In den letzten Jahren bin ich dazu übergegangen, selbst einen Kalender zu basteln. Und das aus guten Gründen!

  • Der Preis steht für mich in keinem Verhältnis. Durchschnittlich kostet ein Kalender 20 Euro. Bei zwei Kindern ergibt das schon 40 Euro. Und das nur für einen Adventskalender! Ich finde, dass ist eine ganze Stange Geld.
  • Meistens gefällt mir und/oder den Kindern nicht der gesamte Inhalt. Da gibt es zwei oder drei tollen Sachen. Der Rest ist unnötiger Kleinkram, der ganz schnell in irgendwelchen Ecken des Kinderzimmers verschwindet oder schon nach einmaligem Bespielen kaputt ist.
  • Ich möchte meine Kinder so prägen, dass sie den eigentlichen Sinn des Adventskalenders begreifen. Denn mal ehrlich, geht es darum, jeden Tag möglichst tolle Geschenke abzustauben? Oder darum, die verbleibende Tage bis Weihnachten sichtbar zu machen und die Vorfreude zu steigern?

 

 

 

Stress in der Adventszeit

 

Der Advent ist häufig mit Terminen überfüllt. Weihnachtsfeier hier und dort, Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Weihnachtsmärkte, Stress auf der Arbeit, weil vor den Feiertagen noch vieles erledigt werden muss, Spendenaktion hier und Adventskaffee dort...

 

Wie gut kann es da tun, sich auszuklingen und gemeinsame Zeit mit der Familie zu verbringen. Genau hier kommt der Adventskalender wieder ins Spiel. Was hälst Du davon, ihn dieses Jahr mit Zeitgeschenken zu füllen? Mit wertvollen Erinnerungen, an die ihr noch lange gerne zurückdenkt?

Wie wäre es, wenn Du Deinen Kindern zeigst, dass man auch eine tolle Adventszeit ohne übermäßigen Konsum verbringen kann? 

 

Das hört sich interessant an? Vielleicht fragst Du Dich aber nun, wie das gehen soll? Was kann man den alles  in einen solchen Kalender füllen?

Du kannst ganz entspannt sein! Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge an Ideen gesammelt. Da ist für jeden etwas dabei - für Groß und Klein, Alt und Jung.

 

Doch dazu gleich mehr. Erst einmal möchte ich Dir zeigen, wie unser Adventskalender aussieht.

 

 

Unser Zeitgeschenke-Adventskalender

 

Unser Kalender besteht aus stabilen Papiertüten mit weihnachtlichem Muster. Diese habe ich vor einigen Jahren gebastelt und verwende sie seitdem immer wieder. Das Schöne daran ist, dass ich mir nicht jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen muss. Ich brauche nur die fertigen Rohlinge aufstellen und kann meine Energie in andere Basteleien stecken, von denen es im Advent bekanntermaßen mehr als genug gibt.

 

Mittlerweile sind die Tüten eine Tradition in unserer Familie. Die Kinder fragen schon ein paar Tage vor dem ersten Dezember, ob ich sie dieses Jahr wieder aufstellen werde. Und weil es ebenfalls zur Tradition gehört, antworte ich jedes Mal: "Mal sehen. Vielleicht bastele ich dieses Jahr einen Neuen", worauf jedes Mal von den Kindern großer Widerspruch folgt.

 

Bei uns gibt es übrigens nicht für jedes Kind einen eigenen Adventskalender, sondern einen für die gesamte Familie. Das hat den Vorteil, dass es keine Streitigkeiten gibt ("Warum hat der das im Kalender und ich jenes? Warum hat sie das blaue und ich das rote Teil bekommen?").

Und Zeitgeschenke eigenen sich ja generell für die ganze Familie, was ja Sinn und Zweck des Ganzen ist.

 

Zum Befüllen des Adventskalenders verwende ich alles, was mir unter die Hände kommt. 

Ich benutze alte Postkarten oder Geschenkanhänger, falte Briefumschläge, gestalte kleine Schriftrollen, oder Gutscheine. Wenn es von der Größe her passt, verpacke ich natürlich das eigentliche Geschenk.

 

 

 

 

Jetzt möchte ich Dir aber endlich einige Ideen verraten, mit denen ich in der Vergangenheit unseren Adventskalender befüllt habe:

  • eine schöne Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen
  • ein besonderes Gedicht
  • Karten für das Weihnachtstheater im Nachbarort
  • Gutschein für einmal Zuckerwatte auf dem Weihnachtsmarkt
  • Taschenlampenspaziergang am Abend
  • selbstgemachte Bonbons oder Schokolade
  • Schlittschuhlaufen gehen
  • Plätzchen backen (mit besonderen Zuckerperlen zur Verzierung)
  • Bienenwachskerzen drehen
  • selbstgenähtes Duftkissen mit Lavendel für himmlische Träume
  • gemeinsam Weihnachtskarten basteln und schreiben
  • Fenster mit Kreidestiften weihnachtlich bemalen
  • Vorleseabend im Kerzenlicht
  • Weihnachtsgeschenkpapier basteln
  • Brief an den Nikolaus, Weihnachtsmann oder das Christkind schreiben
  • gemeinsam Weihnachtslieder singen und anschließend Plätzchen essen
  • Brief mit schönen gemeinsamen Erinnerungen aus diesem Jahr
  • ein selbstgebasteltes Lesezeichen für kleine und große Leseratten
  • Strohsterne für den Weihnachtsbaum basteln
  • kleine Experimente, wie z.B. einen spuckenden Vulkan aus Backpulver und Zitronensäure
  • ein Lebkuchenherz mit Zuckerguss verzieren oder ein Lebkuchenhaus backen
  • Bratäpfel braten
  • Kinoabend daheim mit einem weihnachtlichen Film
  • eine Fuß- oder Rückenmassage
  • Wunschzettel schreiben
  • eine selbstgestrickte Wollmütze für kalte Wintertage, natürlich in den Lieblingsfarben
  • ein Besuch im Tierheim, bei dem gesammeltes Tierfutter gespendet wird (meine Kinder lieben Tiere und somit wird dieses Ereignis hoffentlich ein ganz besonderes sein. Ganz nebenbei lernen sie, etwas Gutes zu tun.). Möglich ist es auch, die selbstgebackenen Plätzchen bei der Tafel abzugeben oder neuwertiges Spielzeug an Flüchtlingsheime zu spenden und persönlich abzugeben (alles natürlich nur nach entsprechender Absprache mit den Leitungen)

Was bei uns in keinem Jahr fehlt, sind die Liebesbriefe, die ich an jedes Kind schreibe. Darin erzähle ich, warum mein Kind für mich das Wertvollste im Leben ist, was ich an ihm besonders mag, welche Talente und Eigenschaften es auszeichnen. Ich finde, dass man so etwas nicht oft genug sagen kann, damit Kinder es tief in ihrer Seele abspeichern und davon ihr Leben lang zehren können.

 

 

 

Zeitgeschenke als Tradition

 

Die Zeitgeschenke im Adventskalender sind für uns ein wichtiger Bestandteil in der Adventszeit geworden. Sie haben schon für viele Erinnerungen gesorgt, an die wir gerne zurückdenken. Sie sorgen aber auch für Entschleunigung in einer sonst sehr hektischen Zeit. Kommt es nicht letztendlich genau darauf an: in der Adventszeit zur Ruhe zu kommen und sich auf das zu Besinnen, was im Leben wirklich  wichtig ist.....?

 

 

 

 

 

Herzliche Grüße von

 

Tanja

 

 

Anmerkung: Ich möchte mit dem Beitrag niemanden zu nahe treten. Wenn Du gerne bereits gefüllte Adventskalender kaufst oder größere Geschenke verschenkst, ist das vollkommen in Ordnung. Ich möchte lediglich zeigen, dass es auch anders geht und einige Ideen zur Umsetzung vorstellen.

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Maria Widerstand (Montag, 20 November 2017 22:39)

    Hallo Tanja!

    Ich habe für meine Kinder fast immer den Adventkalender selbst gebastelt. Manchmal habe ich ein Spiel gekauft und es in 24 Teile zerlegt. Jeden Tag kam ein anderes Teil dazu. Das hat ihnen viel Freude gemacht. Wenn man ein bisschen kreativ ist, kann man tolle Alternativen zu gekauften Kalendern finden.

    Finde ich toll, dass Du Dir so viele Gedanken darum machst und für Euch eine gute Lösung suchst!

    lg
    Maria

  • #2

    Alt trifft Neu (Dienstag, 21 November 2017 15:48)

    Hallo Tanja,
    das ist eine ganz tolle Tradition bei euch. Ich verschenke auch am liebsten Zeit. Das ist das Beste Geschenk überhaupt. Auf meinem Blog kommt auch noch ein Post zum Advent bzw. Adventskalender. Es bleibt spannend :D

    Danke auch fürs verlinken auf meiner Blog Party.

    Liebe Grüße, Stefanie*

  • #3

    Ulrike Behnke (Dienstag, 21 November 2017 19:02)

    Hallo Tanja,

    mit Begeisterung habe ich gerade deine Adventskalenderideen gelesen und werde das zum nächsten Jahr bestimmt mal ausprobieren, also zumindest Teile davon.

    Liebe Grüße
    Ulrike

  • #4

    Natalia (Dienstag, 21 November 2017 19:53)

    Liebe Tanja,
    ich bin von deinem Adventskalender zu Tränen gerührt. Ich wünsche mir, auch in meinem Umfeld wären die Mütter wenigstens ein kleines bisschen wie du.
    Liebe Grüße
    Natalia

  • #5

    Jeanne (Donnerstag, 23 November 2017 08:33)

    Ach Tanja, warum hab ich dich nicht schon früher kennengelernt???
    Asche auf mein Haupt: ich habe diesen "hype" früher auch jedes Jahr mitgemacht, bis mir auffiel, dass dieser ganze Kleinkram über die Jahre schreckliche Ausmaße annahm....Aber da wir unsere Tochter ohnehin schon aus vielem rausnahmen und sie deswegen schon fast als Sonderling galt, fügte ich mich hierbei leider diesem ganzen Gruppenzwang; heute würde ich es allerdings anders machen. So wie du!! Euer Adventskalender ist etwas ganz besonderes und die Tüten sind auch eine klasse Idee. Auch die Idee mit dem Liebesbrief hat mich zutiefst berührt!! Man kann es seinen geliebten Mitmenschen wirklich nicht oft genug sagen; deshalb klaue ich mir ein paar deiner Punkte, um es für Weihnachten zu verwenden. Wir hatten nämlich die Idee, dieses Jahr wirklich einmal gänzlich auf Geschenke zu verzichten und uns Zeit zu schenken. Zeit zum Plätzchen backen, Weihnachtsmärkte besuchen, eben all das, was in den letzten Jahren durch die Jagd nach Geschenken immer zu kurz kam. Ich bin sehr gespannt auf diese Erfahrung ;-)
    Ich wünsche euch viel Spaß mit eurem einzigartigen Adventskalender und kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen: Ach wären doch noch viel mehr Mütter so ("mutig") wie du!! Aber schön, dass du den Anfang machst!!
    Fühl dich ganz doll gedrückt
    Jeanne

  • #6

    Tanja@MeineKraftquelle (Sonntag, 26 November 2017 10:58)

    Vielen Dank für Eure Kommentare, die mich wirklich rühren!
    Mir fehlen ein wenig die Worte....

    Herzliche Grüße von Tanja