Warum mich unsere Streuobstwiesen nachdenklich machen

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Wenn ich an diesen Tagen an unseren Streuobstwiesen vorbeilaufe, bietet sich mir dort ein trauriges Bild: haufenweise liegen dort heruntergefallene Äpfel auf dem Boden und vergammeln.

Niemand hat sie gepflückt. Es riecht faulig.

 

Nur einen Tag später erwische ich mich dabei, wie ich im Supermarkt nach Äpfeln aus Neuseeland greife.

"Was tue ich hier eigentlich?" fragte ich mich.

"Warum kaufe ich Äpfel aus Übersee, während auf den hiesigen Wiesen das Obst verfault?"

 

 

Über diese Frage habe ich eine Weile nachgedacht. Mir sind viele Gründe eingefallen:

 

  • Es ist einfacher alles im Supermarkt einzukaufen - und dort gibt es nun mal überwiegend Äpfel aus dem Ausland. Ich habe schon genug um die Ohren, da möchte ich nicht auch noch extra zum Wochenmarkt fahren, nur um deutsche Äpfel zu kaufen.
  • Es ist doch egal wo das Obst herkommt. Hauptsache wir essen überhaupt welches.
  • Immerhin habe ich lose Äpfel gekauft und damit schon mal die Plastikverpackung gespart. Das reicht für ein gutes Gewissen. Oder?
  • Warum soll ausgerechnet ich "die Welt retten?" Alle anderen kaufen doch auch ein, ohne sich Gedanken darüber zu machen, woher ihr Obst kommt.

 

Einige der Gründe sind nicht so einfach von der Hand zu weisen ("Es ist einfacher alles im Supermarkt zu kaufen."). Andere hingegen kommen mir wie eine halbherzige Ausrede vor ("Hauptsache wir essen überhaupt Obst."). 

 

Ich habe das Gefühl, dass ich gerade auf einem Weg unterwegs bin, den ich so nicht weitergehen möchte. Wer meinen Blog regelmäßig liest weiß, dass ich ein bewusstes und natürliches Leben anstrebe. Dazu gehört für mich auch ein möglichst regionales und überlegtes Einkaufen. Doch genau das habe ich gerade etwas aus den Augen verloren.

Daher stellt sich die Frage:

 

 

Wie kann ich mein Verhalten ändern?

 

 

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Sein Verhalten zu ändern, ist nie einfach. Da geht es um Gewohnheiten, um Vertrautes und um Dinge, die man sich aus guten Gründen angeeignet hat.

Da sich meine Gedanken bei dieser Frage im Kreis drehten, machte ich mir erst einmal eine Liste mit den Gründen, die dafür sprechen, regionales Obst einzukaufen oder gar zu pflücken:

 

  • Die Transportwege von einheimischen Lebensmitteln sind deutlich kürzer. Äpfel müssen nicht aus Neuseeland eingeflogen oder eingeschifft werden.
  • Kürzere Transportwege sind besser für die Ökobilanz.
  • Der Geschmacksunterschied ist deutlich: Äpfel aus Übersee schmecken zwar auch ganz gut, doch gegen die einheimischen Äpfel kommen sie nicht an.
  • Das Obst ist deutlich günstiger. Während Äpfel aus Chile derzeit gut 3,50 Euro das Kilo kosten, bekomme ich einheimische Äpfel auf dem Bauernhof für 1-2 Euro das Kilo - oft in Bioqualität.
  • Mit dem Einkauf einheimischer Produkte werden die Bauern vor Ort unterstützt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot!

 

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Ganz klar, alles spricht für den Kauf von einheimischen Produkten. Bleibt zu klären, wie ich mein Verhalten ändern kann. 

 

Um diese Frage beantworten zu können, bin ich in den letzten Tagen mit offenen Augen durch unsere Stadt gegangen, habe mich mit Freunden unterhalten und mir überlegt, mit welchen Tricks ich meinen inneren Schweinehund (liebevoll auch kleiner dicker Gnom genannt) überlisten kann. 

 

 

Es sind einige Ideen zusammengekommen, alle davon leicht umsetzbar:

  • Den Partner mit dem Einkauf von regionalen Produkten beauftragen (möglicherweise kommt er ja auch dem Heimweg am Wochenmarkt oder Gemüsemarkt vorbei). Vielleicht kauft auch die Oma regelmäßig auf dem Wochenmarkt ein und kann ein Kilo Äpfel mitbringen. 
  • Bei einem Sonntagsspaziergang einige Äpfel aufsammeln. Natürlich nur für den Eigenbedarf. Wer mehr einsammeln möchte, erkundigt sich nach dem Besitzer des Baumes und holt sich eine Erlaubnis. Im Internet gibt es auch eine Seite, in der man Obstbäume verzeichnet findet, die von jedermann abgeerntet werden dürfen. 
  • Mit offenen Augen durch den Ort gehen. Bei uns gibt es zum Beispiel einen Bauer, der seine Äpfel für einen Euro das Kilo verkauft. Man geht hin, sagt die gewünschte Geschmacksrichtung (süß, saftig, säuerlich, zum Einlagern..) und tauscht dann einen Apfelbeutel gegen geringes Geld. Das Schöne ist, dass die Äpfel direkt vor der Haustür gewachsen und völlig ungespritzt sind. 
  • Eine Baumpatenschaft übernehmen. Von dieser Idee habe ich schon mehrmals gelesen. Gemeinden bieten eine einjährige Patenschaft an. Für ein geringes Entgelt darf man den kompletten Ertrag des jeweiligen Baumes für den Eigenbedarf abernten. 

 

Also, weg mit den Ausreden und ab an die Bäume!

Die Natur beschenkt uns im Herbst reichlich.

Lasst es uns auch ernten!

 

 

Anmerkung: in meinem Beitrag spreche ich zwar ausschließlich über Äpfel. Er schließt aber auch alle anderen Früchte ein: Kirschen, Birnen, Brombeeren, Waldheidelbeeren, Pflaumen, Nüsse...

 

 

 

 Was wächst vor Deiner Haustür? 

Kaufst Du regionale Produkte?

Was sammelst oder pflückst Du im Herbst, damit es nicht verfault oder schlecht wird? 

 

 Herzliche Grüße von

Tanja

 

 

 

Dieser Beitrag ist Teil einer Blogparade. Wir haben uns als Blogger zusammengeschlossen und möchten Euch auf ein bewusstes Konsumieren und Einkaufen aufmerksam machen.

 

Meine Blogger-Kolleginnen haben für Euch folgende interessante Beiträge geschrieben: 


"Ich fühle mich veräppelt"  von Ideenmuckla


"Erntedank" von Wippsteerts




Weitere Berichte folgen in den nächsten Tagen.

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Wolfgang Nießen (Donnerstag, 04 Oktober 2018 15:08)

    Liebe Tanja,
    ich bin auch bestrebt, so ökologisch wie möglich zu leben und die Umwelt zu schonen, wo es nur geht.
    Solche Wiesen mit alten Apfelbäumen gibt es bei uns auch. Und die Äpfel fallen auch einfach zu Boden. Und ich habe schon oft daran gedacht, doch einfach diese Äpfel aufzusammeln anstatt welche zu kaufen. Aber bisher habe ich mich einfach nicht getraut und auch nicht die gefunden, die Besitzer ausfindig zu machen.
    Es ist wirklich Unsinn die heimischen Äpfel verfaulen zu lassen und dann welche aus Übersee zu kaufen.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • #2

    Tanja@MeineKraftquelle.de (Freitag, 05 Oktober 2018 14:36)

    Hallo Wolfgang,
    vielen Dank für Deine interessanten Gedanken, die ich sehr wertvoll finde.

    Bei uns auf den Wiesen liegen sehr viele Äpfel, die mit der Zeit vergammeln, weil niemand sie erntet. Wenn ich spazieren gehe, sammel ich immer einige Äpfel vom Boden auf.
    Oft sieht man ja schon, ob die Wiesen bewirtschaftet werden oder nicht. Hier steht zum Beispiel auf einigen Wiesen das "Unkraut" sehr hoch oder die Bäume sind seit längerer Zeit nicht geschnitten worden.

    Ich wünsche Dir ebenfalls eine schöne Restwoche.
    Viele Grüße von
    Tanja

  • #3

    Amely (Donnerstag, 11 Oktober 2018 20:17)

    Liebe Tanja,
    ich finde, du hast schon viele gute Tipps für das regionale Einkaufen genannt! Ich kaufe auch oft auf dem Markt ein, wo hauptsächlich regionale Produkte von Bauern aus der Gegend zu finden sind. Das einzige Dilemma ist meiner Meinung nach, dass es oft nicht Bio ist. Und Bio wiederum ist oft nicht regional... Da muss man dann einfach einen Mittelweg gehen,
    Mittlerweile ist es auch so, dass wir einige Leute vor Ort kennen und uns austauschen. Wenn der eine viele Feigen hat, darf man dort ernten. Die nächsten haben zu viele Trauben oder Äpfel, dann dürfen wir da ein paar mitnehmen. Wir haben noch nicht so viel zu verschenken, hauptsächlich Kräuter, Zucchini, Chili und ein bisschen Salat. Aber so kann man sich ganz gut ergänzen.
    Mittlerweile habe ich endlich auch meinen ersten Beitrag zu dem Thema fertig. Da ich es so interessant finde, möchte ich noch einen zweiten dazu schreiben. Danke nochmal für die Idee!
    Liebe Grüße,
    Amely

  • #4

    Tanja@MeineKraftquelle.de (Montag, 15 Oktober 2018 10:26)

    Hallo Amely,

    es freut mich, dass Du das Thema so interessant findest. Vielen Dank auch, dass Du bei der Aktion mitgemacht hast. Ich schaue gleich bei Dir auf dem Blog vorbei.

    Obst und Gemüse auszustauchen, finde ich eine gute Idee. So bekommt man eine Vielfältigkeit zusammen, die man alleine kaum oder nur sehr zeitwendig, schafft.

    Bei uns es ähnlich. Da sind beim Nachbarn die Quitten reif und jeder bekommt einen Eimer voll. Oder man ist zum Mirabellenpflücken eingeladen, weil es für den reinen Eigenbedarf zu viel ist. Als Dankeschön bringen wir dann beim nächsten Besuch ein Glas selbstgemachtes Quittengelee oder einen Mirabellenkuchen mit.
    So wird muss kein Obst vergammeln und alle bekommen ihre Speisekammern gut gefüllt.

    LIebe Grüße schicke ich Dir.
    Tanja