Black Friday, Cyber Monday - warum ich solche Rabattschlachten meide

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Vor einigen Tagen wollte ich mir in einem Elektromarkt eine CD kaufen. Leicht verwundert war ich schon, als ich morgens um halb elf auf den Parkplatz fuhr, auf dem mehr Verkehr als auf der Autobahn herrschte. "Nanu, was ist denn hier los?" fragte ich mich, während ich eine freie Parklücke suchte. Erst nach mehreren Runden wurde ich fündig.

 

Als ich das Auto verlassen und den Markt betreten hatte, wuchs meine Verwunderung. Menschenmassen drängten sich um Verkaufstische, an denen Kaffee- und Küchenmaschinen, Wäschetrockner, Fritteusen und Fernseher mit Lichterketten und goldenen Ballons präsentiert wurden.

 

Riesige rote Preisschilder, welche die tollsten Reduzierungen und "Supersonderpreise" versprachen, waren überall angebracht. An den Infoständen für Handys standen die Menschen Schlange und was sich an der Kasse abspielte, konnte ich gar nicht erkennen, weil so viele Leute dort anstanden.

Überhaupt waren überall im Geschäft Menschen. Sie warteten darauf, dass ein Verkaufsberater Zeit für sie hatte, sie verluden riesige Fernsehgeräte auf Einkaufswägen, suchten in der DvD-Abteilung fast panisch nach dem besten Schnäppchen und trugen unter dem linken Arm ein Multifunktionsgerät für die Küche und unter dem rechten die neuste Kaffeemaschine zu "einem unschlagbar günstigen Preis".

 

Nur in der CD-Abteilung, da war kein einziger Kunde. Ich wühlte mich durch das Angebot, konnte die gesuchte CD finden und verließ äußerst nachdenklich den Elektromarkt.

Vom "Black Friday" hatte ich zwar gehört, dass mich im Markt morgens um halb elf ein solcher Wahnsinn erwarten würde, damit hatte ich nicht gerechnet. So einem Einkaufswahn bin ich sonst nur am Weihnachtsmorgen im Supermarkt begegnet, wobei solche Erlebnisse der Vergangenheit angehören, denn es gibt ein paar Dinge, die ich in der Adventszeit garantiert nicht mehr machen werde.

 

 

Ich frage mich ernsthaft: Warum machen wir diesen Wahnsinn mit?

 

 

Warum hetzen wir an einem "Black Friday" in die verschiedenen Märkte, sind gestresst von den Menschenmassen und können vielleicht sogar seit Tagen schlecht schlafen, weil wir Angst haben, keines der tollen Superschnäppchen mehr zu bekommen? Und sind diese Superangebote überhaupt so super, wie sie auf den ersten Blick aussehen?

 

Über diese Fragen habe ich einige Tage nachgedacht und mich mit verschiedenen Menschen darüber unterhalten.

Dadurch wurde mir bewusst, dass ich diesen Einkaufswahnsinn nicht mitmachen möchte. Ich brauche keinen Fernseher mit dem tollsten und größten Bildschirm. Mir genügt mein kleines altes Gerät. Ich möchte keine topmoderne Kaffeemaschine, die mehr Knöpfe als mein Computer hat. Ich brühe mir meinen Kaffee lieber altmodisch mit einem Porzellanfilter von Hand auf.

 

Ich möchte dieses "Höher, Schneller und Weiter" nicht mehr mitmachen. Ich möchte mich stattdessen auf die Dinge konzentrieren, die mich erfüllen. Dinge, die mich glücklich machen. Erlebnisse, die ich mit anderen Menschen gemeinsam er-leben kann.

Ich möchte nicht noch mehr arbeiten müssen, um mir materielle Gegenstände kaufen zu können.

Nein! Stattdessen möchte ich nur so viel wie nötig arbeiten und lieber Zeit mit den Menschen verbringen, die mir am Herzen liegen.

Ich möchte auch nicht auf meinen tollen riesigen Fernseher schauen, mit einem bangen Gefühl, weil der Ratenkredit dafür noch zwei Jahre läuft. Stattdessen möchte ich entspannt im Gras liegen, die Sonne auf meiner Haut spüren und innere Zufriedenheit spüren - ganz einfach deshalb, weil ich mit meinem Leben im Reinen bin. 

 

Natürlich, wenn die Waschmaschine kaputt ist, dann werde auch ich mir eine neue kaufen. Manchmal habe auch ich den Wunsch nach einem neuen Oberteil oder einem schönen Armband. Ich lehne das Einkaufen nicht völlig ab.

Doch was ich nicht mehr möchte, ist der Wahnsinn bei der Schnäppchenjagd, maßloser Konsum und Wettbewerb ("Ich brauche das größte Auto, den besseren Fernseher, die teuersten Klamotten").

 

Doch brauchen wir diese Dinge wirklich? Warum kaufen wir sie, obwohl es die alten Geräte noch eine Weile getan hätten? Warum lassen wir uns von der Werbung und Marketingaktionen so beeinflussen? Brauchen wir diese Geräte, um Anerkennung zu bekommen? Gibt es keine anderen Wege, um die Leere in uns zu füllen?

Das sind Fragen über Fragen, die sich nicht pauschal beantworten lassen. 

 

Letztendlich ist es wie mit allem im Leben: jeder muss für sich selbst entscheiden was er möchte, was ihm wichtig ist und worauf er seinen Schwerpunkt legt.

 

 

Mein Wunsch ist es jedoch, dass jeder sich selbst in einer stillen Minute die Frage stellt, ob das, was er tut, ihn wirklich glücklich macht...

 

 

 

Kraftquelle, Herbstsonne, Einkaufsstress vermeiden, gegen den Konsum, besinnliche Adventszeit, Auszeit im Advent, nachhaltiges Leben ohne Konsum, nachhaltiger leben

        

 

Herzliche Grüße von

 

Tanja

Unbezahlt verlinkt mit dem wunderbaren Blog "Ideenmuckla". Bei Jeanne findest Du viele tolle Ideen, wie Du Kreativität und Nachhaltigkeit miteinander verbinden kannst. Gerade hat sie über den "umgedrehten Adventskalender" geschrieben - eine Aktion, der ich mich sofort anschließen werde.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jeanne (Samstag, 01 Dezember 2018 18:02)

    Liebe Tanja,
    dein Beitrag spricht mir über alle Maßen aus der Seele; ich hätte es wirklich nicht besser formulieren können. Ich mache bei diesem ganzen Sale- und Cyberquatsch schon lange nicht mehr mit. Wenn ich etwas tatsächlich brauche, dann kaufe ich es mir, unabhängig von irgendeinem amerikanischen Hype und egal, welche Farbe der Wochentag gerade hat!!!
    Und während der Großteil der Bevölkerung noch auf Schnäppchenjagd war, haben mein Mann und ich uns ein paar Tage Wellness in einem Hotel verordnet- Entspannung pur, kann ich da nur sagen. Ich finde sowieso, dass ZEIT mit seinen Liebsten, egal in welcher Form, das kostbarste Gut überhaupt ist, das ist uns diese Tage wieder ganz besonders bewußt geworden.
    Entsprechend wünsche ich auch dir ganz viel Zeit mit deinen Mädels und deinen Freunden und eine herrliche entspannte Adventszeit.
    Fühl dich ganz doll gedrückt
    Liebe Grüße

    Jeanne

  • #2

    Amely (Sonntag, 02 Dezember 2018 10:13)

    Liebe Tanja, dein Beitrag trifft ins Schwarze! Mir geht dieser Schnäppchen-Shopping-Wahn auch auf die Nerven, und das, obwohl ich das nur sehr am Rande mitbekomme. Ich habe es zum Anlass genommen, über die Schattenseiten des Black Friday und der konventionellen Mode zu schreiben. Denn ich finde es absurd, dass Menschen auf der anderen Seite der Erde für uns Dinge produzieren, die sie sich niemals leisten könnten! Und wir diese Dinge größtenteils gar nicht brauchen. Vieles davon landet nicht mal beim Konsumenten, sondern direkt im Müll. Das muss nicht sein. Das ist auch nicht weihnachtlich. Das sehe ich wie du: weniger konsumieren, mehr genießen ist das Motto!
    Liebe Grüße,
    Amely