Alte Osterbräuche neu entdeckt

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In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mich mit verschiedenen Osterbräuchen zu beschäftigen. Ich mag Rituale und alte Bräuche, denn sie sorgen zum einen dafür, dass wir wieder ein besseres Bewusstsein für die Natur und die Zeit bekommen, und zum anderen entsteht beim Zelebrieren ein Band zu unseren Vorfahren.

 

Als ich damit begann, für diesen Beitrag zu recherchieren, ist mir ganz "zufällig" eine alte Familienchronik in die Hände gefallen. Darin erzählt meine Urgroßtante, wie in ihrer Kindheit die Osterzeit gefeiert wurde. Ich war überrascht, wie viele Bräuche damals noch zelebriert wurden. Viele davon kenne ich gar nicht mehr.

Schon alleine deshalb möchte ich den ein oder anderen Brauch, der sich im Laufe der Jahrzehnte verloren hat, in meiner Familie wieder zum Leben erwecken.

 

 

Alte Osterbräuche neu entdeckt

 

Für Dich habe ich die schönsten zusammengetragen und hoffe, dass ich Dir damit einige Anregungen geben kann. Vielleicht gefällt Dir der ein oder andere Brauch so gut, dass Du ihn auch ausprobieren möchtest?!

 

 

Osterwasser für die ewige Jugend

 

Wasser, das am Ostermorgen in Krügen aus einem Bach, einem Brunnen oder einer Quelle geholt wird, soll eine große heilende Wirkung haben.

Am Ostersonntag wird es noch vor Sonnenaufgang geschöpft. Frühes Aufstehen ist also gefragt. Wäscht man sich mit dem Wasser, so soll es ewige Jugend, Gesundheit und Schönheit bringen. Wichtig sind hierbei zwei Dinge:

1. Man muss vor Sonnenaufgang wieder zu Hause sein.

2. Beim Holen des Wassers darf man nicht sprechen, denn sonst verliert das Wasser seine besondere Kraft.   

 

 

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Die Speisen an den Ostertagen

 

In der Osterzeit ist es Brauch, bestimmte Speisen zu essen. Bestimmt hast Du auch schon davon gehört, dass für den Gründonnerstag der Verzehr von grünen Speisen vorgesehen ist. Fast jeder denkt dabei sofort an Spinat oder Salat. Du auch?

 

Meine Vorfahren kochten an diesem Tag eine Suppe aus neun Kräutern. Die Wildkräuter dafür, wurden frisch auf den Wiesen gepflückt. Jetzt, im Frühling, lassen sich viele frische schmackhafte Kräuter finden. Wie wäre es z.B. mit Löwenzahn, Schafgarbe, Gundermann, Giersch, Knoblauchsrauke, Bärlauch, Huflattich, Gänseblümchen und den zarten Blättern der Brennnessel?

Eine Wildkräutersuppe ist sehr schmackhaft und gesund. Die geballte Kraft des Frühlings steckt in ihr und schenkt dem Körper nach dem zehrenden Winter neue Energie.

 

Vielleicht magst Du aber auch statt einer Suppe lieber eine Frankfurter Grüne Soße? Die Kräuter hierfür kann man mittlerweile schon fertig zusammengestellt auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen.

So wie am Gründonnerstag grüne Speisen verzehrt werden, gibt es am Karfreitag üblicherweise Fisch und am Ostersonntag, der das Ende der Fastenzeit markiert, zartes Fleisch, z.B. Lamm oder Rinderbraten.

An Ostern ist es also schon lange Tradition, ordentlich zu schlemmen. Guten Appetit!

 

 

Ein bunter Osterbrunnen

 

Damals waren die Menschen auf den Brunnen angewiesen, denn oft war er die einzige Quelle für frisches Trinkwasser. Die Brunnen waren somit wertvoll und wichtig für das Überleben. 

Die Männer und Jungen des Dorfes haben zunächst einmal den Brunnen gereinigt. Von den Mädchen und Frauen wurde er danach mit bunten Eiern, die in Form einer Krone befestigt wurden und bunten Papierbändern geschmückt. Anschließend wurde gefeiert und getanzt.

Einen öffentlichen Brunnen haben mittlerweile nur noch wenige Orte. Dennoch ist es lohnenswert, sich zu informieren ob diese Tradition in Deiner Nähe noch gepflegt wird.

Solltest Du sogar noch einen Brunnen im Garten haben, könntest Du diesen an den Ostertagen schön schmücken.

 

     

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Kein Ostersonntag ohne Ostereier

 

Wann genau die Tradition mit den Ostereiern entstand, ist nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich ist es jedoch heidnischen Ursprungs.

Symbolisch steht das Ei für Fruchtbarkeit, Hoffnung und das Leben. Von außen sieht das Ei kalt und tot aus, doch in seinem Inneren wächst im Verborgenen neues Leben.

 

Auch das Färben der Eier ist eine sehr alte Tradition. Wer früher reich war, hat seine Eier mit Blattgold verziert. Wer weniger Geld hatte, färbte sie mit Blüten und Blättern. Heute gibt es die unterschiedlichsten Farben zu kaufen, doch mein Favorit ist das Färben mit roten Zwiebelschalen.
Wer möchte, kann das Ei vor dem Farbbad mit Blüten umwickeln. So entstehen wunderschöne Muster. 

Da das Verzehren von Eiern in der Fastenzeit verboten ist, findet die Ostereiersuche traditionell am Ostersonntag statt. An diesem Tag endet die Fastenzeit und somit dürfen wieder Eier gegessen werden.

 

 

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Das Osterfeuer

 

Auch das Osterfeuer hat vermutlich einen heidnischen Ursprung. Es soll nach dem kalten Winter die Sonne auf die Erde herab locken, damit die Erde unter ihrer Wärme wieder zu neuem Leben erwacht.

Im christlichen Glauben wird am Osterfeuer die Osterkerze angezündet. Dieses Licht wird anschließend in die dunkle Kirche getragen und entzündet dort alle anderen Kerzen.

 

Je nach Region, gibt es individuelle Traditionen, die mit dem Osterfeuer verbunden sind. So werden z.B. in manchen Orten brennende Wagenräder den Hügel herunter gerollt.

 

Im letzten Jahr habe ich ein wunderbares Osterfeuer im Harz erlebt. Dort wurde ein riesiger Stapel aus Reisig und Fichtenzweigen angezündet. Ganz oben war eine Fichte festgebunden, die noch bis tief in die Nacht brannte.

 

Das Osterfeuer ist ein Brauch, den Du wunderbar zelebrieren kannst. Wenn Du einen Garten hast, kannst Du dort ein Lagerfeuer entzünden (am besten aus alten Ästen, die vom letzten Abschnitt übrig geblieben sind). Vielleicht lädst Du auch Freunde oder Deine Familie ein und ihr feiert gemeinsam.

 

 

 

 

Köstliches Ostergebäck

 

Der letzte Brauch, den ich Dir vorstellen möchte, ist das Backen eines Osterbrotes. Jede Region hat dabei ihr eigenes Rezept. Auch die Form des Brotes unterscheidet sich von Ort zu Ort. Manche backen es als Osterlamm, andere als Hefezopf und wieder andere in schlichter Brotform. Am besten lässt Du Dich von den Rezepten im Internet inspirieren. Oder Du erkundigst Dich nach den benötigten Zutaten, sofern möglich, bei Deiner Mutter oder Großmutter.

 

Auch das Osterbrot ist ein Brauch mit einer langen Geschichte. Nach der langen Fastenzeit, durften am Ostersonntag endlich wieder Süßspeisen, und somit auch das süße Hefebrot, gegessen werden.

 

Das waren die Osterbräuche, die ich Dir heute vorstellen möchte. Ich hoffe, dass ich Dich ein wenig inspirieren konnte, mit einem anderen Blick auf Ostern zu schauen und vielleicht das ein oder andere in diesem Beitrag einmal auszuprobieren.  

 

 

Welche Osterbräuche kennst Du? 

Welche pflegst Du bereits?

 

Herzliche Grüße von

Tanja

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Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Jeanne (Dienstag, 26 März 2019 09:24)

    Liebe Tanja,
    hui, da hast du aber fleißig recherchiert. Schön, dass du die Bräuche wieder aufgreifst, und darüber schreibst. Die meisten davon sind vielen schon nicht mehr bekannt. Auch das Fasten gerät mehr und mehr in Vergessenheit.
    Jetzt muss ich mich allerdings schlau machen, WO hier der nächste Brunnen ist *lach*
    Das mit dem Kochen und Backen machen wir auch so, nur hätte ich eine klitzekleine Anregung: Am Ostersonntag muss es nicht unbedingt das obligatorische Fleisch sein. Wäre es nicht mal eine Herausforderung, ein ganz besonderes vegetarisches Gericht auf den Tisch zu stellen???
    Viele liebe Grüße

    Jeanne

  • #2

    Frau Pratolina (Dienstag, 26 März 2019 10:44)

    Liebe Tanja,
    Sehr spannend, ein paar Bräuche kennt man ja. Aber dass man an Gründonnerstag zum Beispiel grüne Speisen essen soll, wußte ich nicht. Macht aber durchaus Sinn. Und das mit dem Osterwasser ist durchaus spannend, allerdings fehlt mir hier der Bach mit frischem Wasser. Aus dem Teltowkanal werde ich mal lieber kein Wasser schöpfen ;)
    Vielen Dank für die vielen Informationen!
    Liebe Grüße
    Steffi

  • #3

    Tanja@MeineKraftquelle.de (Dienstag, 26 März 2019 15:14)

    Liebe Jeanne,
    vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
    Ja, viele Bräuche geraden in Vergessenheit, was ich sehr schade finde. Ich kannte z.B. den Brauch mit dem Osterwasser nicht und das man an Gründonnerstag Grünes isst, das wusste ich zwar, doch die grüne Wildkräutersuppe war mir unbekannt. Dabei liegt es so nahe, auf der Wiese das zu sammeln, was in die Suppe soll.

    Danke für deine Anregung mit dem fleischfreien Ostersonntag. Es gibt tolle vegetarische Gerichte, die auch für Feiertage geeignet sind.
    In diesem Beitrag habe ich explizit das Fleisch genannt, da am Ostersonntag traditionell die fleischfreie Fastenzeit beendet wird, eben u.a. mit dem Brauch, das erste Mal wieder Fleisch zu essen.
    Glücklicherweise können wir in der heutigen Zeit weitgehend selbst bestimmen, was wir zu uns nehmen. Daher: ran an tolle neue Feiertagsrezepte.

    Wo der nächste Brunnen ist, kann ich Dir nicht sagen, aber sollte das mit dem Osterwasser klappen, schicke ich dir eine Flasche mit dem Zauberwasser. ;-)

    Viele herzliche Grüße von
    Tanja

  • #4

    Tanja@MeineKraftquelle.de (Dienstag, 26 März 2019 15:18)

    Hallo Steffi,
    aus dem Kanal würde ich lieber auch kein Wasser schöpfen, ewige Jugend hin oder her.
    Soll ich dir auch eine Flasche von dem Zauberwasser schicken? Ich überlege gerade, ob ich über Ostern ein kleines Nebengewerbe aufmachen soll. *lach*

    Liebe Grüße an Dich von
    Tanja

  • #5

    Inken (Samstag, 30 März 2019 08:22)

    Liebe Tanja,
    danke für diesen tollen Beitrag. Schön, dass du die Bräuche wieder aufgreifst, und darüber schreibst. Ich habe für mich privat vor Jahren auch einmal angefangen Wissenswertes über Ostern aufzuschreiben. Leider haben wir keine alten Familien-Aufzeichnungen und meine Groß- und Urgroßeltern leben nicht mehr.
    Einen Brunnen oder eine Quelle gibt es hier auch nicht mehr ... schade eigentlich.
    Herzliche Grüße
    Inken